Kay Ray, ursprünglich Friseur, steht seit 1989 auf der Bühne, grell geschminkt, bisexuell, schrill und kompromisslos ehrlich. Er bezeichnet sich selbst als „konservativen Clown im Körper eines Punkers“ und ist seit Jahrzehnten eine der eigenwilligsten Figuren der deutschen Kleinkunstszene. Mit zahllosen Kabarett- und Comedy-Preisen ausgezeichnet, galt Kay Ray stets als Provokateur und Enfant Terrible:
Er stand nackt auf der Bühne, trank exzessiv, rauchte eine Schachtel Zigaretten pro Show, formte aus seinen Genitalien Kunst, und erzählte dabei skurrile Geschichten, improvisierte heftig mit dem Publikum und sang mit unverwechselbarer Stimme. Sein Repertoire reicht von Kate Bush über Milva bis Patti Smith, ergänzt durch eigene Songs und musikalisches Material, das seine Shows zu einem explosiven Mix aus Witz, Schmerz und Wahrheit macht.
Heute hat er den Alkohol abgelegt, ist Nichtraucher, bleibt jedoch unbeugsam unter der Gürtellinie. Nur eines hat sich verändert: In seinen Programmen kritisiert er nun offen Zeitgeist, Cancel Culture und politische Brandmauern, insbesondere die Ausgrenzung von AfD-Wählern. Das brachte ihm neue Gegner und geschlossene Bühnen. Doch Kay Ray bleibt standhaft. Er kämpft gegen politische Zensur im Kulturbetrieb und beendet jede Show mit den Worten:
„Ich werde die letzten Jahre meiner Karriere dazu nutzen, Bühnen, die Künstler aus politischen Gründen feuern, mit möglichst geringem Aufwand massiv zu schaden. Kein Künstler hat das Recht, überall zu spielen, aber wer aus Angst vor Meinung Theater macht, soll mich kennenlernen.“
Kay Rays Geschichte ist noch nicht auserzählt. Es bleibt viel zu tun.
